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Natur & Umwelt

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 Unser Amtsbereich
 FFH Gebiete im Amtsbereich Lützow-Lübstorf ( TEIL I )

FFH-Gebiete des neuen Amtsgebietes

Da wir in einem noch recht jungen „Amtsfusionsgebiet“ leben, ist eine Beschreibung der hier vorkommenden „Perlen der Natur“ in Form von Schutzgebieten europäischer Bedeutung möglicherweise hilfreich für eine Identifikation mit unserer Landschaft.
Dazu sollen einige der bisher gemeldeten Natura 2000-Gebiete aus unserer Region vorgestellt werden.

Wer von Ihnen als Leserin/Leser des Amtsboten wusste schon, dass in unserem Amtsgebiet sechs „Natura 2000“-Gebiete, das sind EU-Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiete, liegen?

Dies sind folgende, von denen einige nur anteilig in unserem Amtsgebiet liegen:
Die FFH-Gebiete „Wald- und Kleingewässerlandschaft Dambecker Seen und Buchholz“, „Schweriner Außensee und angrenzende Wälder und Moore“, „Kleingewässerlandschaft am Buchholz (nördlich Schwerin)“ und „Grambower Moor“ sowie die EU-Vogelschutzgebiete „Dambecker Seen“ und „Schweriner Seen“.
Beginnen soll die Vorstellung der Gebiete mit dem einzigen vollständig innerhalb des Amtsgebietes gelegenen und bisher weitgehend unbekannten Gebiet „Kleingewässerlandschaft am Buchholz (nördlich Schwerin)“.
Dieses recht abgelegene Gebiet am Rande der Landeshauptstadt Schwerin setzt sich aus zwei Teilgebieten zusammen, die sich in der Ortslage „Moorbrink“ der Gemeinde Klein Trebbow fast berühren (Abbildung 1). In diesem Schutzgebiet geht es vorrangig um den Erhalt der Populationen von Rotbauchunke und Kammmolch sowie den Schutz der Lebensraumtypen „natürliche eutrophe Gewässer“ und „Waldmeister-Buchenwälder“ (Abbildung 2).
Die besondere Bedeutung besitzt dieses Gebiet vor allem durch eine hohe Konzentration von Kleingewässern, vorrangig Söllen (Ackerhohlformen eiszeitlicher Entstehung). Es gibt hier 36 Kleingewässer im Offenland und weitere 23 innerhalb von Waldflächen.
Dort finden zahlreiche Amphibien, darunter auch Rotbauchunke und Kammmolch, noch teilweise gute Lebensbedingungen. Beide Arten benötigen voll besonnte, pflanzenreiche und saubere Kleingewässer, die im Sommer ruhig einmal trocken fallen können, wenn der Nachwuchs bereits Beine bekommen hat. Beste Bedingungen haben die Tiere in den von Grünland umgebenen Gewässern. In den Ackersöllen benötigen sie Pufferzonen gegen Nährstoff- und Biozideinträge. Fischbesatz sollte in diesen Gewässern vermieden werden, da die Larven der Amphibien (Kaulquappen) den Fischen als leicht zu fangender Leckerbissen dienen. Ein besonderer Gefahrenbereich bei der Frühjahrslaichwanderung der Amphibien ist der Straßenverkehr. Trotz der wenig befahrenen Strecke von Hansholz über Moorbrink nach Barner Stück werden jedes Jahr tausende Amphibien überfahren. Seit zwei Jahren stellt das Ordnungsamt Warnhinweisschilder auf, die bereits zum Rückgang an überfahrenen Tieren geführt haben. Anwohner und Durchfahrer sollten im Zeitraum von Anfang März bis Mitte Mai langsam fahren (Zone 30!) und die Straße bei Dunkelheit und feuchter Witterung meiden, da dann die Hauptwanderung der Amphibien stattfindet.
Der Waldmeister-Buchenwald als Winterquartier vieler Amphibien und Lebensraum zahlreicher Vogel-, Säugetier- und Insektenarten sollte schonend als so genannter Plenterwald oder mittels Einzelstammentnahme genutzt werden. Alt- und Totholzanteile sollten vermehrt sowie standortfremde Nadelholzbestockungen mit Laubhölzern verjüngt werden.
Das europäische Schutzgebiet hat übrigens keinen nationalen Schutzstatus, ist also kein Landschafts- oder Naturschutzgebiet und ein solches wird es höchstwahrscheinlich auch nicht werden. Alle Maßnahmen in diesem Gebiet sollen im Konsens mit der dort lebenden Bevölkerung und unter Zuhilfenahme von Förderprogrammen durchgeführt werden.
Die Amphibien sind übrigens ohnehin schon besonders geschützte Arten und die Kleingewässer genießen als „geschützte Biotope“ schon jetzt einen Schutz gegen Zerstörung und erhebliche Veränderungen.
Mehr Details zu dem Gebiet können beim Autor erfragt oder auf der Homepage der Gemeinde Klein Trebbow unter www.klein-trebbow.de nachgelesen werden.

Nils Meyer, Pingelshagen